Achtsamkeit

Mindfulness oder Achtsamkeit bezeichnet die Fähigkeit, sich ganz auf die Gegenwart zu konzentrieren, ohne sich von eingehenden E-Mails oder Kurznachrichten auf dem Smartphone ablenken zu lassen, sich über ungeduldige Kunden zu ärgern oder über Konflikte mit Kollegen nachzudenken.

 

Achtsamkeit bedeutet auch, die Prozesse im eigenen Bewusstsein wahrzunehmen, zu verstehen und schlieβlich zielgerichtet steuern zu können. Durch diese Selbstbegegnung, auch offenes Gewahrsein genannt, ermöglicht die Achtsamkeitspraxis weitreichende Transformationsprozesse.
 

Insbesondere in der Arbeitswelt stöβt die Achtsamkeitspraxis auf groβes Interesse, um die Herausforderungen am Arbeitsplatz besser zu meistern
und die emotionale Intelligenz zu fördern.

Warum ist Achtsamkeit heute so wichtig?

„Vielleicht zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit sind wir in der Lage, bei weitem mehr Information zu erschaffen, als wir aufnehmen können, mehr gegenseitige Abhängigkeit zu entwickeln, als irgendjemand verarbeiten kann und den Fortschritt derart zu beschleunigen, dass kaum jemand ihm folgen kann“, so Peter Senge, Vordenker im Bereich des systemischen Managements.

 

Eine Situation, die die überwiegende Mehrheit der Menschen überfordert. Nicht umsonst geben 80% der Erwachsenen an, unter Stress zu leiden, was die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dazu geführt hat, Stress als „globale Epidemie“ zu bezeichnen.

 

Stressbedingte Krankheiten nehmen ständig zu, doch Stress wirkt sich nicht nur negativ auf unsere Gesundheit aus, sondern auch auf das Arbeitsklima und die Motivation. Denn Überbelastung verändert unser Bewusstsein und Verhalten; Tunnelblick, Schwarz-Weiβ-Denken und Empathie-Verlust sind die Folgen!

 

Wie kann Achtsamkeit nun dazu führen, mehr Stressresilienz zu entwickeln und kreativer mit Veränderungen umzugehen?

Achtsamkeit und Neuroplastizität

Die Achtsamkeitspraxis basiert auf einer alten
buddhistischen Tradition. Im Westen wurde man auf sie jedoch erst aufmerksam, nachdem der Molekularbiologe Jon Kabat-Zinn Ende der 70er Jahre das sogenannte MBSR (Mindfulness-Based-Stress -Reduction) entwickelt hatte. Ein achtwöchiges Interventionsprogramm, das Theorie, Achtsamkeits- und Yogaübungen miteinander kombiniert. Heute stellt es das weltweit am meisten beforschte Programm zur Schmerz- und Stressbewältigung dar.

Schon immer waren es die empfundene Verbesserung von Gesundheit und Lebensqualität, die Menschen dazu motiviert hat, Achtsamkeit zu praktizieren. Dank der Neurowissenschaften kann man heute jedoch bereits sehr genau nachweisen, dass diese subjektiv empfundenen Verbesserungen durch Veränderungen in der Gehirnstruktur auch wissenschaftlich erklärbar sind.

Nach Absolvieren eines MBSR-Programms kann z. B.
festgestellt werden, dass die durch anhaltenden Stress verursachte Überaktivierung der rechten Amygdala, dem sogenannten Angstzentrum des Gehirns, nachlässt und sie wieder auf ihre natürliche Gröβe zurück schrumpft.

Der Hippocampus dagegen, der eine sehr wichtige Rolle beim Lernen und für die Gedächtnisleistung spielt, wird verstärkt und auch im linken präfrontalen Kortex wird mehr Aktivität gemessen, was in direktem Zusammenhang mit dem Wohlbefinden und der Abneigung gegen Negativität steht.

Eine regelmäβige Achtsamkeitspraxis verbessert also nachweislich Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und Gesundheit eines jeden Einzelnen.

Wie wird Achtsamkeit praktiziert?

Bei der Achtsamkeitspraxis werden formelle und informelle Übungen unterschieden.

Erstere kann man im Sitzen, Liegen, Stehen oder Gehen
ausführen, indem die Aufmerksamkeit zuerst einmal auf den Atem gerichtet wird. Ablenkungen durch Geräusche, Gefühle oder Gedanken werden wahrgenommen, aber danach wird die Aufmerksamkeit wieder bewusst zur Atmung
zurückgeführt. Immer wieder und ein ums andere Mal wird so der „Aufmerksamkeitsmuskel“ trainiert.

Später wird die Aufmerksamkeit auch auf
Körperempfindungen, sowie gewollt auf Gefühle oder Gedanken gerichtet, wodurch die eigenen Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster immer bewusster wahrgenommen und dadurch auch veränderbar gemacht werden.

Informell Üben bedeutet, die tägliche Dusche, Geschirr spülen oder andere alltägliche Tätigkeiten nicht in Gedanken versunken und automatisch auszuführen, sondern dabei hellwach und präsent zu sein. Hier wird die Aufmerksamkeit nicht mehr primär auf die Atmung gerichtet, sondern auf die verschiedenen Sinneseindrücke, wodurch diese Wahrnehmung geschärft wird.

Schlieβlich geht es bei der Achtsamkeitspraxis auch darum, Verhaltensweisen wie Neugierde, Geduld, Dankbarkeit und insbesondere Mitgefühl zu kultivieren, um eine offene, nicht wertende innere Haltung zu erreichen.

Achtsamkeitskurse und -trainings heute:

Heute ist die Achtsamkeitspraxis nicht nur in der westlichen Medizin und Psychologie integriert, sondern hat an vielen Schulen und Universitäten Einzug gehalten und erweckt insbesondere in der Arbeitswelt immer mehr Interesse. Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern bereits
achtsamkeitsbasierte Trainings an, bzw. nehmen diese in ihre Programme zur Führungskräfteentwicklung auf.

 

Meine Kurse und Coachings basieren auf dem MBSR-Programm  von Jon Kabat-Zinn, sowie auf Methoden und Konzepten des Mindful Leadership- Lehrgangs der

Universität Witten/ Herdecke. Dabei verbinde ich das meditative Bewusstseinstraining mit Modellen und
praktischen (Selbst-) Führungsmethoden, die sich direkt auf die Anwendung im Berufsalltag beziehen.

Kontakt

E-Mail: juliane@mindful-working.net

Tel.: +34 686 54 18 03

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